Schließen des ökologischen Kreislaufs

Transformation biogener Reststoffe in Energie und Kompost

3A-Verfahren

MobiGas - das Verfahren zur Transformation von biogenen Reststoffen in Energie und Kompost

Die Biogasproduktion nach dem MobiGas Verfahren basiert auf der diskontinuierlichen Trockenvergärung von biogenen Reststoffen (Bio- und kommunale Abfälle sowie biogene Reststoffe der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft) unter Sauerstoff-Abschluss. Dabei wird CO2-neutral Methan produziert, das wiederum in Ökostrom und Wärme umgewandelt oder zu Biogas in Erdgasqualität aufbereitet wird bzw. als Treibstoff (Bio-CNG) Fahrzeuge antreibt. Fossile Energieträger können somit eingespart werden.

Das Verfahren lehnt sich an die gängige Kompostpraxis an. Anstelle der Hauptrotte der Kompostierung werden die organischen Abfälle in die Fermentercontainer mit einem Volumen von ca. 58 m³ gefüllt. Anschließend wird in einem dreistufigen Verfahren Biogas erzeugt. Die 1. Phase ist aerob, dazu wird das Material im Fermenter belüftet. In der 2. Phase wird die Belüftung gestoppt und der anaerobe Prozess beginnt. Unterstützend wird ein Perkolat auf das Material gesprüht und der Fermentercontainer über eine Bodenheizung temperiert. Die Biogaserzeugung beginnt und dauert zwischen 3 – 6 Wochen. Wenn das Material ausgegoren ist, wird in der 3. Phase der Fermentercontainer wieder belüftet und der anaerobe Prozess gestoppt.

Das verbleibende Material wird in einer Nachrotte zu Kompost weiterverarbeitet und als Humusdünger verwertet.

Im Unterschied zur reinen Entsorgung und Verbrennung von organischen Reststoffen schließt sich bei der Verwertung in einer MobiGas-Anlage der Stoffkreislauf auf eine ökologische und ökonomische Art.

Flexible Kapazität

Durch das modulare Konzept kann die Leistung der Anlage beliebig an die Erfordernisse angepasst werden

Je nach benötigter Kapazität können 3 bis 20 Fermenter verwendet werden. Das ergibt eine Jahreskapazität von 1000 bis 10.000 Tonnen. Saisonale Schwankungen der Kapazität, speziell im Sommer und Winter, können mittels Leihfermenter abgedeckt werden.

Der Tourismus ist die 2. Säule der österreichischen Wirtschaft. Die saisonalen Spitzen an Energiebedarf auf der einen und Reststoffanfall auf der anderen Seite stellt Tourismusgemeinden vor diverse Herausforderungen. Für diese bietet Mobigas die optimale Lösung. Aufgrund der Auslegung ist MobiGas modular und mobil. Die Anlage kann modular nach Anforderung erweitert, aber auch verkleinert werden, was äquivalent Kosten reduziert.

Herkömmliche Abfallbehandlungsanlagen müssen auf die Spitzenlast ausgelegt werden und arbeiten in einem, meist unökonomischen, nicht ausgelasteten Bereich.

Nicht so MobiGas. Dieses Anlagenkonzept sieht vor, dass die Anlage auf die Grundlast ausgelegt wird und mit dieser Menge an Reststoff optimal und ökonomisch betrieben werden kann. Für die Saison, wenn der Energiebedarf und das Müllaufkommen hoch sind, wird die Anlage modular erweitert. Dafür bieten wir eine maßgeschneiderte Mietfermenter-Lösung an. Die Kosten fallen so je nach Bedarf an, werden aber durch die in der Zeit lukrierten Mehreinnahmen durch die Müllentsorgung und die Energiebereitstellung mehr als gedeckt. Der produzierte Kompost eignet sich hervorragend zur Revitalisierung von Schipisten.

Zusätzliche Vorteile

MobiGas betreiben ist einfacher als Autofahren

Dadurch ergeben sich für den Betreiber die folgenden Vorteile:

Im Substrat befindliche Störstoffe wie Plastiksäcke, Steine, Schnüre, … haben keinen Einfluss auf die Prozessführung, da sich im Fermentationsraum keine beweglichen Teile befinden, die blockiert oder beschädigt werden können. Da am Ende des Zyklus das gesamte im Fermenter befindliche Material ausgeräumt wird, gibt es keine Ablagerungen, die das Gärvolumen reduzieren.

 

Die MobiGas Technologie eignet sich hervorragend zur Ergänzung bestehender Kompostierungen. Die vorhandene Infrastruktur (Radlader, Kompostwender) kann genutzt werden. Zusätzliche Aggregate wie Rührwerke oder Pumpen entfallen. Das Gärmaterial muss nicht vorbehandelt werden. Die Behandlung des Materials ist der der Kompostierung ähnlich, allerdings mit dem Vorteil, dass während der Verweilzeit im Fermenter das Material nicht mehr manipuliert werden muss.

Ein großer Anteil des Eigenstrombedarfs einer kontinuierlichen Vergärung besteht in der Anschlussleistung der Antriebe der Rührwerke und der Substrateinbringung. Dieser entfällt bei der MobiGas Anlage komplett.

Durch das Verfahren der Trockenvergärung gibt es de facto keinen „klassischen“ Gärrest in Form von Belebtschlamm wie bei der Nassvergärung, sondern ein stichfestes strukturiertes Material das sich hervorragend zur anschließenden Nachkompostierung eignet. Der produzierte Kompost kann entweder abgesackt an die Konsumenten direkt abgegeben werden oder in Biogärtnereien oder im Biolandbau zum Humusaufbau genutzt werden.

Durch ein optimiertes Perkolatmanagement hat der Gärrest der MobiGas Anlage einen Restfeuchtegehalt von ca. 65% und eignet sich hervorragend zur anschließenden Kompostierung.

Eine MobiGas Anlage ist containerbasiert. Das heißt wenn der Anfall an Gärsubstrat höher wird kann die Anlage einfach erweitert werden. Die Fermenter sind nicht betoniert und damit nicht ortsgebunden.

Die Steuerung der Anlage ist auf einen vollautomatischen Betrieb ausgelegt und entsprechend visualisiert. Ein Eingriff seitens des Betreibers ist prinzipiell nicht nötig, kann aber jederzeit entweder über das Touch-Panel der Steuerung vor Ort oder über mobile Geräte (PC, Tablet PC oder Mobiltelefon) erfolgen.

Durch das geschlossene System der MobiGas Fermentationsboxen kommt es zu einer signifikanten Reduktion der Geruchsemissionen bei sensiblen Inputsoffen wie z. B.: Speiseresten, überlagerten Lebensmitteln und Klärschlamm.

Durch die geschlossene Ausführung der Fermenter ist es möglich die Jahreskapazität der zu behandelnden Bioabfallmenge zu erhöhen, da der Teil des Materials der sich in der MobiGas Anlage befindet nicht offen kompostiert wird. Da die oft geruchsintensive Phase der Intensivrotte wegfällt (passiert anaerob im Fermenter), werden Geruchsemissionen deutlich reduziert.